Pressegespräch: Bergmomente teilen, Natur bewahren - Das steckt hinter der Gipfelcharta
Die Berge werden immer vielfältiger genutzt und genau das ist ihre Stärke. Damit das gemeinsame Unterwegssein für alle gelingt, braucht es Werte, Rücksicht und ein paar klare Spielregeln. Mit der Gipfelcharta „GEMEINSAM AM BERG – Erleben, Genießen, Bewahren“ setzen die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen ein sichtbares Zeichen für verantwortungsvolles Verhalten am Berg und laden Gäste ein, mit einfachen Entscheidungen zur Bewahrung der Bergwelt beizutragen.
Beim Pressegespräch in Serfaus wurde deutlich, wie die Charta gedacht ist: nicht als erhobener Zeigefinger, sondern als gemeinsamer Orientierungsrahmen – getragen von Bergbahnen, Regionen und Partnern im alpinen Raum.
Kornel Grundner: Qualität, Nachhaltigkeit und ein gemeinsames Versprechen
Seit 25 Jahren stehen die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen für Qualität und Innovation im Bergsommer. Zum Jubiläum richten die zertifizierten Erlebnisberge den Blick bewusst nach vorne: Sprecher Kornel Grundner ordnet die Gipfelcharta als nächsten Schritt in der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsoffensive ein, mit einem klaren Anspruch an alle Mitgliedsbetriebe.
„Wenn wir heute über die Gipfelcharta sprechen, dann sprechen wir über einen weiteren Baustein unserer Qualitäts- und Nachhaltigkeitsoffensive im Bergsommer. Wichtig ist: Nicht die Kampagne allein zählt, sondern das dahinterstehende Versprechen. Alle Mitgliedsbetriebe verpflichten sich, Verantwortung zu übernehmen und ihre Gäste aktiv für nachhaltiges Verhalten am Berg zu gewinnen.“
Stefan Mangott: Wie "GEMEINSAM AM BERG" in Serfaus gelebt wird
Dass die Charta im Alltag funktioniert, zeigt das Beispiel Serfaus: Entlang der Gästereise von der Talstation bis ins Wandergebiet begegnen Besucher:innen den Botschaften dort, wo Entscheidungen getroffen werden: unterwegs am Berg.
Stefan Mangott, Geschäftsführer der Bergbahn Komperdell und Sprecher der BÖSB Tirol, beschreibt das Miteinander am Berg so: „Dieses Miteinander von Familien, Wandernden, Sportler:innen und Almwirtschaft funktioniert nur, wenn wir gemeinsame Spielregeln haben und ein Grundverständnis dafür, wie wir miteinander und mit der Natur umgehen. Die Gipfelcharta gibt uns dafür einen klaren Rahmen, ohne dass wir mit erhobenem Zeigefinger arbeiten.“
Josef Geisler: Gemeinsame Werte für einen stark genutzten Naturraum
Die Tiroler Bergwelt ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Freizeitkulisse zugleich. Tourismus, Landwirtschaft, Forst, Jägerschaft, Bevölkerung und Gäste begegnen einander hier auf engem Raum. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler betonte beim Pressegespräch, warum ein klarer Orientierungsrahmen so wichtig ist:
„Tirol ist ein alpines Sport- und Tourismusland und gleichzeitig ein sensibler Natur- und Lebensraum. Dass so viele Interessen aufeinandertreffen, ist eine Chance, kann aber auch zu Konflikten führen, wenn es keine klaren Erwartungen und Spielregeln gibt.“
Die Gipfelcharta hilft dabei, diese gemeinsamen Werte sichtbar und verständlich zu machen. Im Mittelpunkt steht die Balance: die Natur als Lebensraum einerseits und die Berge als Wirtschafts- und Erholungsraum andererseits.
Harald Oblasser: Weg vom Verbotsschild, hin zum geteilten Verantwortungsbewusstsein
Aus Sicht der Forstwirtschaft geht es darum, Naturerlebnisse möglich zu machen und gleichzeitig sensible Bereiche zu schützen. Harald Oblasser sprach dabei von einem Kulturwandel: weg vom Verbotsschild, hin zu geteilter Verantwortung und verständlicher Information.
„Die Gipfelcharta stärkt diesen Schulterschluss und formuliert die Ziele klar und verständlich: Sie zeigt, wie Gäste Wege und sensible Bereiche nutzen können, ohne Wildtiere zu stören, Verjüngungsflächen im Wald zu schädigen oder Weideflächen zu gefährden.“