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Pressegespräch: Gipfelcharta in Salzburg - Gemeinsam Verantwortung am Berg übernehmen

Die Bergwelt ist vieles zugleich: Natur- und Lebensraum, Arbeitsplatz, Wirtschaftsraum und Ort der Erholung. Damit dieses Miteinander gelingt, braucht es Verständnis füreinander – und Orientierung, die im Alltag am Berg ankommt.

Mit der Gipfelcharta „GEMEINSAM AM BERG – Erleben, Genießen, Bewahren“ bündeln die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen bewährte regionale Erfahrungen in gemeinsamen Leitlinien. Wie sich diese im Salzburger Kontext bewähren und vor Ort mit Leben füllen lassen, stand im Mittelpunkt unseres Pressegesprächs in der Almenwelt Lofer.

Maximilian Aigner: Die Bergwelt gemeinsam bewahren

Seit über einem Jahrzehnt setzt Salzburg mit „RespekTiere deine Grenzen“ auf Bewusstseinsbildung und Besucher:innenlenkung. Die Initiative wird von einer breiten Trägerschaft aus Jägerschaft, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft getragen. Ihr partnerschaftlicher Ansatz passt zum Grundgedanken der Gipfelcharta: Naturerlebnisse sollen möglich bleiben, während sensible Lebensräume und die Interessen der Menschen am Berg mitgedacht werden.

„Die Salzburger Bergwelt ist ein wertvoller Natur- und Lebensraum. Gleichzeitig ist sie Wirtschaftsraum, Erholungsraum und ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität“, betonte Landesrat Maximilian Aigner. Entscheidend sei, frühzeitig Orientierung zu geben und Zusammenhänge zu erklären: „Es geht nicht um Verbote um ihrer selbst willen, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensraum Berg.“

Kornel Grundner: Gemeinsame Leitlinien für ein respektvolles Miteinander

Die Gipfelcharta knüpft an Ansätze aus verschiedenen Bundesländern an, darunter „RespekTiere deine Grenzen“, „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ und „In unserer Natur“. Ziel ist kein Einheitsmodell für jeden Berg, sondern ein gemeinsamer Rahmen, der sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen lässt.

„Wir haben das Rad nicht neu erfunden, sondern erfolgreiche Erfahrungen aus den Bundesländern zusammengeführt. Daraus sind gemeinsame Handlungsempfehlungen für ein respektvolles Miteinander am Berg entstanden“, erklärte Kornel Grundner, Sprecher der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen.

Die Empfehlungen umfassen vier Themenfelder: den Schutz von Natur und Landschaft, Rücksicht auf die Tierwelt, einen respektvollen Umgang mit Bergkultur und Infrastruktur sowie ein sicheres und verantwortungsbewusstes Bergerlebnis. Im Alltag heißt das zum Beispiel: auf markierten Wegen bleiben, den eigenen Müll wieder mitnehmen, Weidetore schließen und ausgewiesene Schutzbereiche respektieren. Auch gute Vorbereitung zählt – mit Blick auf Wetter, Ausrüstung und die Verhältnisse am Berg.

Josef Aichhorn: So wird die Gipfelcharta in Lofer gelebt

Wie wichtig verständliche Hinweise und direkte Gespräche sind, zeigt die Almenwelt Lofer. Auf den Almen weiden im Sommer rund 700 Rinder. Geschlossene Weidetore schützen die Tiere, unterstützen die Almwirtschaft und tragen zugleich zur Sicherheit der Menschen bei, die am Berg unterwegs sind.

„Es ist uns wichtig zu erklären, warum bestimmte Verhaltensweisen wichtig sind. Unsere Berggäste sollen verstehen, wozu sie mit ihrem Verhalten beitragen“, sagt Josef Aichhorn, Geschäftsführer der Almenwelt Lofer. Deshalb begegnen Gäste den Informationen dort, wo sie Entscheidungen treffen: Bei der Auffahrt, an den Stationen, im Wandergebiet und im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

So wird aus einer allgemeinen Leitlinie eine konkrete Einladung, aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Die Botschaft kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern erklärt, wie einfache Entscheidungen Natur, Tiere, Landwirtschaft und das Bergerlebnis für alle unterstützen.

Qualität heißt, Verantwortung gemeinsam zu tragen

Die Gipfelcharta ist fixer Bestandteil des Kriterienkatalogs der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. Bei Neu- und Rezertifizierungen wird geprüft, ob ihre Inhalte für Gäste sichtbar sind. So wird Verantwortung für Natur, Tierwelt, Kulturlandschaft und die Menschen am Berg Teil des Qualitätsversprechens.

Das Gütesiegel zählt aktuell 84 Mitgliedsbetriebe mit 101 Themenbergen. Sie erfüllen mindestens 100 Qualitätskriterien und werden alle drei Jahre rezertifiziert. Denn ein gutes Bergerlebnis entsteht nicht allein durch Angebote und Infrastruktur: Bergbahnen, Regionen, Landwirtschaft, Forst, Einheimische und Gäste tragen gemeinsam dazu bei, dass die Bergwelt auch künftig erlebbar bleibt. Die Gipfelcharta bringt es auf den Punkt: Die Berge sind für alle da, ihr Erhalt ist eine gemeinsame Aufgabe.